Pressemeldung
VORSORGEPREIS 2009: Die Gewinner stehen fest!
Im Rahmen einer festlichen Vorsorgepreis-Matinée wurde heute zum zweiten Mal im Festspielhaus St. Pölten der vom Land Niederösterreich initiierte und österreichweit ausgeschriebene Vorsorgepreis 09 verliehen.
Der Vorsorgepreis zeichnet herausragende Projekte im Bereich der Gesundheitsvorsorge aus. Ziel des Preises ist es einerseits Initiativen mit Vorbildwirkung zu würdigen, andererseits die Bevölkerung für Gesundheitsvorsorge zu sensibilisieren und zu motivieren. Mit einem Einreichungs-Rekord von 317 Projekten beweist Österreich Bewusstsein und Initiative. Und 117 Einreichungen allein aus Niederösterreich zeigen, dass das größte Bundesland gleichzeitig am Weg ist, Österreichs Gesundheitsland Nummer 1 zu werden. Übergeben wurde die Auszeichnung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll. Moderiert und geleitet wurde die Matinée von Dr. Vera Russwurm, die sich schon seit Beginn an für den Vorsorgepreis engagierte. (Bild downloaden)
Bereits im Herbst letzten Jahres wurden alle Österreicherinnen und Österreicher aufgerufen, Projekte rund um die Gesundheitsförderung und –prävention anzumelden. Das Echo war auch in diesem Jahr enorm mit einem Rekord an Einreichungen! Ein großartiger Erfolg, der auch Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll freut. Er sieht dieses Interesse und große Engagement der Bevölkerung am Vorsorgepreis 09 als ein Zeichen für das steigende Gesundheitsbewusstsein. Vorsorge wird immer mehr zum Thema, vor allem die Frage, wie sich Gesundheitsförderung in den Alltag individuell integrieren lässt.
„Es gibt zahlreiche hervorragende Initiativen und Projekte im Bereich der Gesundheitsvorsorge. Wir haben nun die besten Projekte aus ganz Österreich vor den Vorhang geholt und so den Regionen übergreifenden Austausch von Ideen gefördert. Gleichzeitig stärken wir damit gezielt die Bewusstseinsbildung. Immerhin ist uns in Niederösterreich die Gesundheitsvorsorge ein wesentliches Anliegen“, so Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Landeshauptmann Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka.
Der Vorsorgepreis 09 wurde in vier Kategorien verliehen: Bildungseinrichtungen, Gemeinden/Städte, Betriebe und private Initiativen. Pro Kategorie sind sowohl der österreichweite als auch der niederösterreichische Siegerpreis mit € 3.000 dotiert. Jeder Sieger erhält dazu die aus Bronze gegossene Trophäe, die für die Göttin der Gesundheit "Hygieia" steht. Aufgrund der zahlreichen und qualitativ hochwertigen Einsendungen beschloss die Jury außerdem, wie im Vorjahr einen Sonderpreis zu vergeben.
Die Gewinner in der Kategorie Gemeinde/Städte
Der österreichweite Preis in der Kategorie Gemeinden/Städte ging nach Wien. Ausgezeichnet wurde hier das Projekt „Bewegt Gesund“, eingereicht von Mag. Karin Eger, Wiener Gebietskrankenkasse. Hier wird bewegungsfaulen Couchpotatoes zu Leibe gerückt. In den Wiener Bezirken Fünfhaus und Favoriten übernimmt die Krankenkasse ein Jahr lang die Kosten für Sportkurse für Risikopatienten. Erstmalig wurde ein Angebot geschaffen, das an die neustrukturierte Gesundenuntersuchung anschließt und auch Personen, die länger keinen Sport betrieben haben, mit schonenden Kursen Lust auf Bewegung macht.
Als beste niederösterreichische Initiative in der Kategorie Gemeinden/Städte wurde „Gesundheitsvorsorge für 10-15 Jährige“ mit dem Schwerpunkt „Sucht“ (Einreicherin: Gabi Cikanek) vom Arbeitskreis der „Gesunden Gemeinde“ Neidling, ausgezeichnet. Bei den „Neidlinger Erlebnisnachmittagen“ wurde bei Workshops und Seminaren nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Eltern, PädagogInnen und alle Interessierten die persönliche Kompetenz zu konstruktiver Lebensführung gefördert. Dabei standen Selbst- und Fremdwahrnehmung, Kommunikation, Erkennen der eigenen Grenzen, Gruppenerlebnis und Stärkung des Selbstbewusstseins im Mittelpunkt.
Die Gewinner in der Kategorie Betriebe
In der Kategorie Betriebe ging der österreichische Preis an „(f)itworks –
Modellprojekt zur Gesundheitsförderung arbeitssuchender Menschen im arbeitsmarktpolitischen Setting“, eingereicht von Mag. Birgit Pichler, ÖSB Consulting GmbH. Der Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Krankheit wurde bereits durch zahlreiche Studien belegt. (f)itworks ist ein zweijähriges Modellprojekt zur Gesundheitsförderung langzeitarbeitsloser Menschen. Gesundheitszustand und –verhalten und Bedürfnisse werden erhoben und in der Folge spezielle Angebote zu Stressbewältigung, Stärkung und Förderungen sozialer Netzwerke nicht nur ausgearbeitet, sondern auch angeboten.
Der niederösterreichische Preis in der Kategorie Betriebe ging an das Projekt „Gesunde und sichere Reinigung“ der Landeskliniken Weinviertel Hollabrunn und Hainburg in Kooperation mit P. Dussmann GmbH, eingereicht von Susanne Deimel-Heiderer. Reinigungskräfte im Krankenhaus sind aufgrund der dort notwendigen hohen Reinigungs- und Hygienestandards besonders psychosozial und körperlich belastet. Um dem entgegen zu wirken wurde ein Kick Off für die Bewusstseinsbildung veranstaltet: Bei Muskelfunktionstests, Fettmessungen, Erholungsfähigkeitstests und Befragungen wurden erste Daten erhoben und zu einem Gesundheitsbericht zusammengefasst. Bei neu geschaffenen Gesundheitszirkeln kommt das Lernkonzept „Bewusst bewegen“ zur Anwendung. Unterstützt wird das Projekt von Dussmann, Fonds Gesundes Österreich, der AUVA und der Arbeiterkammer NÖ.
Die Gewinner in der Kategorie Bildungseinrichtungen
In der Kategorie Bildungseinrichtungen wurde das oberösterreichische Projekt „Der kleine MUGG – Mir und uns geht’s gut“ der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse, eingereicht von Mag. Sarah Sebinger, ausgezeichnet. Im Fokus dieses Projekts stehen Volksschulkinder mit Migrationshintergrund, bei denen einer gesundheitlichen Benachteiligung entgegengewirkt werden soll. Die Themen Ernährung, Bewegung und psychosoziale Gesundheit werden in den schulischen Alltag integriert, zudem sind Lehrer und Eltern als wesentliche Bestandteile einer gesundheitsfördernden Lebensweise mit eingebunden.
Als beste niederösterreichische Initiative wurde „Der Weg ist das Ziel – Projekt zur Förderung eines gesunden Lebensstils“, Schulzentrum Gmünd, eingereicht von Mag. Sabine Kreuzer, ausgezeichnet. Im November 2008 wurde in der Volksschule Amaliendorf ein Gesundheitstag veranstaltet. Bei verschiedenen Stationen sollten die
Kinder spielerisch die vier Säulen eines gesunden Lebensstils kennen lernen: Gesunde Ernährung, Bewegung, Entspannung und Lebensraum. Zudem wurde von der Schulärztin ein Gesundheitscheck durchgeführt. Ziel ist die möglichst frühe Sensibilisierung der Kinder für ein gesundes Leben.
Die Gewinner in der Kategorie Private Initiativen
Das Österreichweite Siegerprojekt der Kategorie Private Initiativen ist das Projekt „FrauenLeben – LebensWert.zonta-NETZWERKEN“ vom Zonta-Club Feldbach, eingereicht von Mag. Elisabeth Walzl. Zielgruppe dieses Projekts sind Frauen aus unteren sozialen Schichten. Sie sind nicht nur einkommensbenachteiligt, sondern haben durch ein vielfach niedrigeres Bildungsniveau weniger Wissen und Informationszugang zu Themen wie Gesundheit, Ernährung, Sport, Netzwerken, etc. Durch regelmäßig veranstaltete Treffen, Workshops und Sitzungen mit Fachleuten und Trainern sollen dem Wissensmangel und der Unterversorgung entgegengewirkt und die Bedürfnisse der Zielgruppe ausgearbeitet werden. Höhere Selbstkompetenz als Schlüssel zu mehr Zufriedenheit und Gesundheitsbewusstsein.
Als bestes niederösterreichisches Projekt in dieser Kategorie wurde die Initiative „Durch Wandern aktiv und gesund bleiben“ vom Berg- und Wanderverein Wienerland, eingereicht von Friedrich Peterka, ausgezeichnet. Geführte Wanderungen, eigene Wanderwege, Aktionen auf Weitwanderwegen und eigene Publikationen sind die Säulen dieses Projekts. Bereits seit 1980 werden geführte Wanderungen für alle angeboten. Der längste österreichische Weitwanderweg von Hainburg über den Alpenhauptkamm nach Feldkirch wird vom Verein Wienerland
seit mehr als 30 Jahren betreut und promotet. Die Wanderer erzielen auf Dauer Kraft, Ausdauer und Freude.
Sonderpreis der Jury
Aufgrund der zahlreichen und qualitativ hochwertigen Einsendungen hat die Jury beschlossen, einen Sonderpreis zu verleihen. Dieser ging an das Projekt „EMMA – Eltern mit Kind machen Auszeit“ der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse, eingereicht von Elke Ranzenmayr. Das Projekt ist ein Angebot an Eltern mit beeinträchtigten Kindern. Ihnen wird ermöglicht, zusammen auf Kur zu fahren. Damit soll verhindert werden, dass der pflegende Angehörige durch die Belastung der täglichen Obsorge selbst zum Pflegefall wird. Dieses
Angebot kann, anders als der reguläre Kuraufenthalt, nicht nur zwei Mal in fünf Jahren, sondern jährlich in Anspruch genommen werden.
Die Jury
Bewertet und ausgewählt wurden die Projekte von einer hochkarätigen Expertenjury, der Univ.-Prof. Dr. Rotraud A. Perner, Psychoanalytikerin und Juristin, Leiterin des Instituts für Stressprophylaxe & Salutogenese, Mag. Hanni Rützler, Ernährungswissenschafterin, Foodexpertin und Gesundheitspsychologin, Dr. Claudia Wild, Leiterin des Ludwig Boltzmann Institutes für Health Technology Assessment, Dr. Andrea Zauner-Dungl, Geschäftsführerin des Willi Dungl Zentrums in Gars, Leiterin des Zentrums für Traditionelle Chinesische Medizin & Komplementärmedizin an der Donau-Universität in Krems, Prof. Dr. Gerald Gartlehner, klinischer Epidemiologe an der Donau Universität Krems, Mag. Christoph Hörhan, Leiter des Fonds Gesundes Österreich, Dr. Johann Jäger, Vizepräsident der Ärztekammer NÖ und Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, Dr. Johannes Püspök, Ärztlicher Leiter der Privatkrankenanstalt Moorheilbad Harbach, Medizinische Strategie und Planung der Agentur für Gesundheitsvorsorge, Prim. DDr. Dipl.-Psych. Andreas Remmel, Ärztliche Leitung des Psychosomatischen Zentrums Waldviertel Eggenburg und Dr. Werner Schwarz, Dozent am Institut für Sportwissenschaften, Direktor am BG Zehnergasse in Wiener Neustadt, angehören.
Weitere Informationen
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