Vorsorgepreis 2010: Die besten Projekte wurden in St. Pölten ausgezeichnet!
Zum dritten Mal in Folge wurde heute im Festspielhaus in St. Pölten (Niederösterreich) im Rahmen einer festlichen Matinée der österreichweite Vorsorgepreis verliehen. Der Preis wurde im Jahr 2008 vom jetzigen niederösterreichischen Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka ins Leben gerufen, um Initiativen mit Vorbildwirkung zu würdigen und die Bevölkerung für Gesundheitsvorsorge zu sensibilisieren und zu motivieren. Mit einem Einreichungsrekord von über 350 Projekten beweist Österreich Bewusstsein und Initiative.
„Das große Interesse und das große Engagement der Bevölkerung zeigen uns, dass der Gedanke der Gesundheitsvorsorge zunehmend an Bedeutung gewinnt. Mit dieser Auszeichnung sind wir auf dem richtigen Weg, denn Initiativen mit Vorbildwirkung müssen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geholt und gewürdigt werden. So wird der regionenübergreifende Austausch von Ideen gefördert und gleichzeitig die Bewusstseinsbildung gestärkt. Schließlich ist uns in Niederösterreich die Gesundheitsvorsorge ein wesentliches Anliegen“, so Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka.
Der Vorsorgepreis 2010 wurde in vier Kategorien verliehen: Betriebe, Bildungseinrichtungen, Gemeinden/Städte und private Initiativen. Pro Kategorie sind sowohl der österreichweite als auch der niederösterreichische Preis mit € 3.000 dotiert. Jeder Sieger erhält überdies die aus Bronze gegossene Trophäe, die für die Göttin der Gesundheit "Hygieia" steht. Aufgrund der qualitativ hochwertigen Einsendungen beschloss die Jury außerdem einen Sonderpreis zu vergeben.
Übergeben wurde die Auszeichnung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll. Moderiert und geleitet wurde die Matinée in gewohnt sympathischer Manier von Dr. Vera Russwurm, die sich schon seit Beginn an für den Vorsorgepreis engagiert: „Die Bevölkerung hat ein enormes Interesse am Thema Gesundheit. Beim Vorsorgepreis 2010 wurden wieder innovative Projekte ausgezeichnet, die sicherlich Nachahmung finden werden.“
Kategorie Betriebe
Gewinner Österreich
In der Kategorie Betriebe ging der österreichische Preis an „G’sund arbeiten im Bezirk Melk“ von der NÖGKK, St. Pölten. Es ist als regionales und betriebliches Gesundheitsförderungsprojekt im Bezirk Melk konzipiert worden, mit dem Ziel, möglichst viele Betriebe zu einer aktiven Teilnahme zu motivieren. Im Mittelpunkt stehen innerbetriebliche Maßnahmen, die auf die Größe des Unternehmens abgestimmt sind. Daneben sind betriebsübergreifend angebotene Programme wie z. B. „Schlank ohne Diät“ oder „ambulante Raucherentwöhnung“ sowie Weiterbildungsangebote zu gesundheitsrelevanten Themen zum Einsatz gekommen. Zudem wurde großer Wert auf die Vernetzung der „gesunden Betriebe“ Melks untereinander gelegt, um von den jeweiligen individuellen Erfahrungen anderer zu profitieren. Mittlerweile nehmen bereits 51 Betriebe an dem regionalen Gesundheitsförderprojekt teil.
Gewinner Niederösterreich
Der niederösterreichische Preis in der Kategorie Betriebe ging an das Projekt „GesundheiterLeben im SOMA Tulln“ von SAM NÖ / SOMA Tulln. Sozialmärkte (SOMA) bieten von Armut betroffenen Menschen die Möglichkeit, zu einem äußerst günstigen Preis Produkte des täglichen Lebens zu erwerben. Armut und soziale Ausgrenzung beeinträchtigen nicht nur den Gesundheitszustand der Menschen, sondern auch die zukünftigen Lebens- und Teilhabechancen. Das Projekt startete mit einem Gesundheitstag direkt im SOMA Tulln und setzt sich seither mit einem bunten Mix aus wöchentlichen Kursen, Workshops und Vorträgen fort. Ideelles Projektziel ist die Steigerung der Lebensqualität und des Gesundheitsbewusstseins von Menschen mit geringem Einkommen.
Kategorie Bildungseinrichtungen
Gewinner Österreich
In der Kategorie Bildungseinrichtungen wurde das Projekt „MehrWERT für Körper und Geist“ der Landesberufsschule Lochau ausgezeichnet. Ziel des Projektes ist es, das persönliche Gesundheitsbewusstsein der Lehrlinge zu stärken, ihre Eigenverantwortung und ihre Sozialkompetenz zu steigern, sowie ihnen die erforderlichen Gesundheitskenntnisse für ihre Aufgaben als Multiplikatoren in der Gastronomie zu vermitteln. Regelmäßige Bewegung unter professioneller Anleitung und gesunde Ernährung, Meiden von Genussgiften (Nikotin und Alkohol), sowie der richtige Umgang mit Stress und Gewalt zählen zu den Kernthemen, die sowohl im Unterreicht als auch in der Freizeit von Schülern, Pädagogen, Schulpersonal und Gesundheitsexperten gemeinsam bearbeitet werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf eine sinnvolle Freizeitgestaltung mit „Wohlfühlerlebnissen“ gelegt, die einen idealen Ausgleich zu den schulischen Herausforderungen darstellt.
Gewinner Niederösterreich
Als beste niederösterreichische Initiative wurde die „Bewegungsgruppe Sonnenschein“ der Kindergruppe Villa Lustig in Purkersdorf ausgezeichnet. Die Kinder der Kindergruppe Villa Lustig in Purkersdorf besuchen alle zwei Wochen die SeniorInnen der Seniorenresidenz Hoffmannpark um sich gemeinsam zu bewegen. Nach dem Konzept der Psychomotorik werden die beiden Altersgruppen gemeinsam aktiviert. Sie experimentieren mit verschiedenen Materialien, singen und haben Spaß. So wird ganz nebenbei lustvoll die Fingerfertigkeit verbessert und die Feinmotorik trainiert. Ganz wichtig ist die Reflexionsrunde am Ende der Stunde. Dadurch erleben sowohl die SeniorInnen, als auch die Kinder, dass ihr Meinungsaustausch wichtig ist und wertgeschätzt wird.
Kategorie Gemeinde/Städte
Gewinner Österreich
Der österreichweite Preis in der Kategorie Gemeinden/Städte ging nach Salzburg an das Projekt: „Mann braucht Wartung – Aktion Salzburger Männergesundheit“ durchgeführt von Landesregierung, Ärztekammer, Landeskliniken Salzburg und Pleon Publico, Salzburg. Ziel der Initiative: bei Salzburgs Männern das Bewusstsein für einen eigenverantwortlichen Umgang mit ihrer Gesundheit zu wecken und mehr von ihnen zur regelmäßigen Inanspruchnahme der Gesundenuntersuchung zu bewegen. Nach dem Motto „Halten Sie Ihren Motor am Laufen“ wurde eine „Männer-Service-Broschüre“ entwickelt, die in einer ersten Auflage von 60.000 Stück in einem mehrwöchigen Aktionszeitraum in allen Salzburger Kfz-Werkstätten auflag und von den Mechanikern dort angebracht wurde, wo Männer auch wirklich hinschauen: An den Rückspiegeln ihrer Autos. Die Broschüre enthält geballte Informationen über typische „Männerkrankheiten“, ihre Symptome und nützliche Tipps. Während ihr Auto beim Service war, konnten sich die Männer direkt vor Ort von Medizinern durchchecken und beraten lassen.
Gewinner Niederösterreich
Als beste niederösterreichische Initiative in der Kategorie Gemeinden/Städte wurde „AGYL – Alt und Glücklich in Ybbsitz Leben“ – Verein AGYL, Ybbsitz – NÖ mit dem Vorsorgepreis ausgezeichnet. Dabei geht es den ganzen Ort für diese Thematik des Alterns zu sensibilisieren, ein Bewusstsein für Leben im Alter zu schaffen, Potentiale die im Ort liegen zu heben, wertzuschätzen und zu vernetzen. Lebendiges Alter ist das Ziel. Durch das Wahrnehmen des Anderen entsteht Verbundenheit und durch diese Verbundenheit spontan Hilfsbereitschaft, Solidarität, Miteinander und dadurch Vertrauen und Sicherheit, die beste Sozialversicherung. Um den vielfältigen Themen rund um das Alter gerecht werden zu können, wurden vier Arbeitsgruppen definiert:
1) WIR in Ybbsitz / Zuhause bleiben soll solange wie möglich, möglich sein
2) Haus des Lebens / betreute Wohnungen für Ybbsitz
3) Lebendiges Alter / Bewusstseinsbildung
4) Wohlbefinden im Alter
Kategorie Private Initiativen
Gewinner Österreich
Das österreichweite Siegerprojekt der Kategorie Private Initiativen ist das Projekt "Gesundheit kommt nachhause – Interkulturelle Gesundheitsförderung in aufsuchender Bildungsarbeit für Migrantinnen und ihre Kinder im Vor- und Pflichtschulalter” - beratungsgruppe.at in Wien. „Gesundheit kommt nachhause“ ist ein sehr niederschwelliges, ganzheitliches Programm zur Stärkung von Gesundheitsbewusstsein in MigrantInnenfamilien mit aufsuchender Arbeitsweise. Zielgruppe sind bildungs- und sozial benachteiligte Frauen/Mütter aus dem muslimischen Kulturkreis mit mangelnden Deutschkenntnissen. Gesundheitstutorinnen mit ähnlichem soziokulturellem Hintergrund wie die Zielgruppe informieren die Mütter direkt in deren Wohnumfeld über das Programm und betreuen in Folge die Teilnehmerinnen. Durch diesen aufsuchenden Ansatz in den Familien und vor allem über die Sorge der Mütter um die gesunde Entwicklung ihrer Kinder gelingt es, die Familien, die Kinder, die Großfamilie und ihre Community zu erreichen und ihr Gesundheitsbewusstsein nachhaltig zu stärken.
Gewinner Niederösterreich
Als bestes niederösterreichisches Projekt in dieser Kategorie erhielt die Initiative „Lebenretten“ aus Bad Vöslau den Vorsorgepreis überreicht. Das Projekt wurde ins Leben gerufen, um Pflichtschulkinder und Jugendliche im Rahmen Ihrer Schulausbildung in lebensrettenden Sofortmaßnahmen zu schulen. Wenn man Kinder spielerisch auf das richtige und schnelle Handeln vorbereitet und diese über Jahre mehrmals pro Schuljahr üben lässt, scheuen sich die Erwachsenen von morgen nicht vor dem Helfen und können schnell und rasch mit der Rettungskette beginnen. Das Projekt soll mit einfachen Mitteln die neuesten Richtlinien im Notfall vermitteln. Denn das Ziel ist es, den Erst Helfer mehr zu Taten zu bewegen. So wie man lesen und schreiben lernt, kann man auch Erste Hilfe Lernen. Das steigert Überlebensraten und vermindert Leid.
Sonderpreis der Jury
Aufgrund der zahlreichen und qualitativ hochwertigen Einsendungen hat die Jury beschlossen, einen Sonderpreis zu verleihen. Dieser ging an das Projekt "Sterntalerhof" - Sterntalerhof - Verein für ganzheitliche Lebensbegleitung in Loipersdorf-Kitzladen. Der Sterntalerhof ist das einzige Kinderhospiz für Familien mit schwer- bzw. sterbenskranken Kindern. Der Sterntalerhof ist eine Raststelle in der Zuversicht wieder keimen kann. Die Familien werden begleitet auch - und gerade wenn - am Ende des Weges dieser Familien der Abschied von einem geliebten Menschen steht. Hier gibt es das Gefühl von Unbeschwertheit und Glück für Kinder und deren Familien, die nicht wissen, wie lange es noch ein gemeinsames Morgen gibt! Der Sterntalerhof verfolgt einen interdisziplinären Ansatz aus Seelsorge, Pädagogik und Therapie, kombiniert mit Therapeutischem Reiten.
Die Jury
Bewertet und ausgewählt wurden die Projekte von einer hochkarätigen Expertenjury:
Prof. Dr. Gerald Gartlehner - klinischer Epidemiologe an der Donau Universität Krems
Mag. Christoph Hörhan - Leiter des Fonds Gesundes Österreich
Dr. Johann Jäger - Vizepräsident der Ärztekammer NÖ und Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte
Univ. Prof. i. R. Dr. Rotraud A. Perner - Psychoanalytikerin und Juristin, Leiterin des Instituts für Stressprophylaxe & Salutogenese
Dr. Franz Piribauer, MPH - Public Health Spezialist, Arzt für Allgemeinmedizin und Unternehmensberater, Wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für angewandte Epidemiologie Wien
Dr. Johannes Püspök - Ärztlicher Leiter der Privatkrankenanstalt Moorheilbad Harbach, Leiter der Abteilung für Gesundheitsvorsorge im NÖGUS
Prim. Prof. Dr. Dr. Dipl. Psych. Andreas Remmel - Ärztlicher Direktor des Psychosomatischen Zentrums Waldviertel, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Psychosomatische und Psychotherapeutische Medizin (ÖGPPM)
Mag. Hanni Rützler - Ernährungswissenschafterin, Foodexpertin und Gesundheitspsychologin
Dr. Werner Schwarz – Lektor am Institut für Sportwissenschaften der Universität Wien, Direktor am BG Zehnergasse in Wiener Neustadt
Dr. Andrea Zauner-Dungl - Geschäftsführerin des Willi Dungl Zentrums in Gars, Leiterin des Zentrums für Traditionelle Chinesische Medizin & Komplementärmedizin an der Donau - Universität in Krems